Pinguicula-Pflege
Pinguicula
Mexikanisches Fettkraut
Saftige Sukkulenten, die Insekten mit klebrigen, farbigen Blättern fangen
Pinguicula, auch Fettkraut genannt, fängt ihre Beute nicht mit Fallen oder Bechern, sondern mit klebrigen Tropfen auf der Blattoberfläche: eine passive, aber äußerst effektive Klebefalle gegen Fruchtfliegen. Eine Mücke wird gelegentlich gefangen, wird aber nicht wirklich von diesen Pflanzen angezogen. Dieser Leitfaden konzentriert sich speziell auf die mexikanischen und mittelamerikanischen (subtropischen) Arten wie P. moranensis, P. ehlersiae, P. gigantea, P. 'Weser', P. 'Aphrodite' und P. cyclosecta.
In Europa gibt es auch heimische, winterharte Arten (wie P. vulgaris und P. grandiflora), die eine echte Winterruhe mit Frostperiode benötigen und manchmal sogar im Freien überwintern. Die mexikanischen Pinguicula in diesem Leitfaden sind subtropisch und frostempfindlich: Sie wachsen das ganze Jahr über drinnen oder im Gewächshaus, benötigen keinen Frost und vertragen ihn auch nicht. Verwechseln Sie daher die Pflege dieser beiden Gruppen nicht miteinander.
Herkunft & Habitat
Die Gattung Pinguicula umfasst über 100 Arten, die auf fast jedem Kontinent der nördlichen Hemisphäre verbreitet sind. Die mexikanischen Arten bilden innerhalb dieser eine eigenständige, stark spezialisierte Gruppe: Sie wachsen hauptsächlich in den Bergregionen von Mexiko, Guatemala und dem Rest Mittelamerikas, oft an kalkhaltigen Felswänden, moosbewachsenen Hängen oder zwischen Humus in Waldgebieten in 1000 bis 2500 Metern Höhe.
Im Gegensatz zu vielen anderen fleischfressenden Pflanzen wachsen diese Pinguicula nicht in sauren Torfmooren, sondern auf mineralreichen, oft kalkhaltigen Böden mit guter Drainage. Da ihre natürliche Umgebung eine ausgeprägte Trocken- und Regenzeit kennt, haben sie eine bemerkenswerte Anpassung entwickelt: die Bildung von zwei völlig unterschiedlichen Blattformen im Laufe des Jahres.
Sommer- und Winterrosette
Viele der mexikanischen Pinguicula wechseln im Laufe des Jahres zwischen zwei Wachstumsformen:
Während der Vegetationsperiode bildet die Pflanze breite, fleischige Blätter, die mit klebrigen Drüsenhaaren bedeckt sind. Dies ist die Form, in der die Pflanze aktiv Insekten fängt und verdaut.
Als Reaktion auf kürzere Tage und trockenere Bedingungen bildet die Pflanze eine kompakte Rosette aus kleinen, dicken, nicht-klebrigen Blättern ohne Fangflüssigkeit. In dieser Phase stellt die Pflanze das Fangen von Beute ein und zehrt von ihren Reserven.
Sommerrosette einer mexikanischen Pinguicula in voller Blüte
Viele mexikanische Pinguicula in unserem Gewächshaus, wachsend in 7 cm Töpfen, gefüllt mit unserer fleischfressenden Pflanzenerdmischung als Substrat
Dies ist völlig normales Verhalten und kein Zeichen von Krankheit. Sobald die Tage wieder länger werden und Sie wieder mehr Wasser geben, bildet die Pflanze von selbst ihre karnivoren Sommerblätter zurück.
Wasser
Während der Sommerrosette halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, vorzugsweise mit der Untersetzermethode (Wasser im Untersetzer), damit die Wurzeln selbst aufnehmen, was sie benötigen.
Sobald die Pflanze in ihre Winterrosette übergeht, reduzieren Sie das Gießen: Lassen Sie die Erde zwischen den Bewässerungen fast vollständig austrocknen. Zu viel Wasser während dieser Ruhephase ist eine der häufigsten Ursachen für Fäulnis bei den empfindlichen, kompakten Winterblättern.
Hinweis: Viele der einfacheren Arten und Kreuzungen bilden manchmal das ganze Jahr über fleischfressende Blätter und wachsen daher auch im Winter einfach weiter.
Licht & Luftfeuchtigkeit
Geben Sie Ihrer Pinguicula einen hellen Standort mit indirektem bis gefiltertem Sonnenlicht. Ein Ostfenster oder ein Platz knapp außerhalb der Reichweite der grellen Mittagssonne funktioniert meistens am besten. Zu wenig Licht führt zu schlaffen, langgestreckten Rosetten mit weniger Farbe.
Eine durchschnittliche Raumluftfeuchtigkeit reicht für die meisten Arten aus, obwohl sie eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit an warmen, trockenen Sommertagen schätzen.
Temperatur & Winterruhe
Halten Sie die Temperatur idealerweise zwischen 10°C und 30°C. Anders als bei den winterharten europäischen Arten benötigen mexikanische Pinguicula keine Frostperiode, um normal zu wachsen: Sie können das ganze Jahr über bei Raumtemperatur stehen.
Eine etwas kühlere und trockenere Periode im Winter (um 12-15°C) fördert zwar die Bildung der kompakten Winterrosette, dies ist jedoch eine physiologische Reaktion auf kürzere Tage und weniger Wasser, nicht auf Frost.
Erde & Substrat
Im Gegensatz zu den meisten anderen fleischfressenden Pflanzen benötigen mexikanische Pinguicula keine rein saure Torfmischung. Ein gut durchlässiges, mineralreiches Substrat liefert die besten Ergebnisse für die spezielleren Arten.
- Eine Mischung aus Perlit, grobem Sand und Torf.
- Zugabe weiterer mineralischer Bestandteile für Arten aus kalkreichen Habitaten.
- Immer eine gute Drainage, um stehendes Wasser um die Wurzeln zu vermeiden.
- Für die gängigsten und einfachsten Arten im Handel ist unsere Standard-Fleischfresser-Erde ebenfalls geeignet.
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Vermehrung
Mexikanische Pinguicula lassen sich relativ einfach durch Blattstecklinge vermehren: Ein gesundes Blatt locker von der Rosette ziehen (inklusive eines Stücks der Basis) und dieses auf feuchtes, mineralisches Substrat legen. Nach einigen Wochen bis Monaten entwickeln sich kleine Pflänzchen an der Basis des Blattes. Dies funktioniert am besten mit den Winterblättern.
Einfache Anfängerarten
Noch keine Erfahrung mit mexikanischen Pinguicula? Die folgenden Arten und Hybriden sind robust und verzeihend:
P. cyclosecta, P. 'Aphrodite', P. 'Tina', P. 'Weser', P. moranensis.
Entdecken Sie unsere mexikanischen Pinguicula
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